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Das Aquarium

Das Becken
Aufstellung des Beckens
Die Filteranlage
Die Filter
Durchlüftung
Der Bodengrund
Die Beleuchtung
Die Lampen
Die Temperatur
Das ökologische Gleichgewicht
Massnahmen zur Regelierung im Falle von Problemen mit den Parametern des Wassers

Das Becken

Die richtige Auswahl eines geeigneten Beckens ist der wohl erste und wichtigste Schritt für jeden zukünftigen Fischliebhaber. Bis vor einigen Jahren standen noch Becken mit Metallrahmen in Verwendung, in denen seitlich die Glasscheiben verankert waren. Heute werden ausschließlich Becken aus geklebten Glasteilen in Fachgeschäften angeboten. Mit etwas Geschick und Geduld kann man auch selber ein Becken basteln. Wenn man dieses vorhat, sollte man besonders auf die Wahl des Klebstoffes achten, denn es darf nur Silikonkleber verwendet werden, der für den Aquarienbau geeignet ist.
Traditionell hat das Becken meist die Form eines Quadrats, wobei Höhe und Tiefe gleich groß sein sollten, um eine vollständige Beleuchtng und eine gute Wasserzirkulation zu gewährleisten. Es ist sehr wichtig, dass das Aquarium auf einer festen Unterlage steht, die dem großen Geamtgewicht des Beckens in gefüllten Zustand standhält. Das Wasservolumen in Litern und damit dessen Masse enrhält man durch folgende Formel:
Länge x Breite x Höhe (in Dezimetern) = Masse des Wasserkörpers
Dazu kommt noch die Masse des Beckens selber.
Aufstellung des Beckens

Seit es Ganzglasbecken in den unterschiedlichsten Formaten und Größen im Handel gibt, es einfach, ein zu den besonderen architektonischen Gegebenheiten der eigenen Wohnung passendes Aquarium zu finden. Ausserdem gibt es eine Reihe von Unterstellschränken, die sich perfekt in jedes Ambiente einfügen.

Bei der Wahl für den Aufstellungsort eines Aquariums gelten einige Grundregeln:
  • Der Standort darf nicht zu sonnenbeschienen sein, da intensive Strahlung eine übermäßige Erwärmung des Wassers verursachen kann und ausserdem zu einer unerwünschten Vermehrung der Algen führt. Heute ist jedes Aquarium dank der elektrischen Beleuchtung vom Tageslicht unabhängig.
  • Aus demselben Grund wie unter Punkt eins, sollte eine Aquarium weit entfernt von Heizkörpern oder anderen Heizquellen stehen.
  • Der ideale Aufstellungsort liegt auch in der Nähe eines Wasserabflusses, der zumindest einen teilweisen Wasserwechsel ohne grosse Umstände ermöglicht.
  • Es muss unbedingt eine Steckdose nahe am Waschbecken sein.
  • Das Becken sollte niemals in der Nähe von wertvollen und empfindlichen Einrichtungsgegenständen stehen. Wasserspritzer lassen sich nicht vermeiden.
  • Die Tragfähigkeit des Fußbodens und der Decke ist von allergrößter Bedeutung, die länger als 140 cm sind. Die Unterlage darf nicht zwischen zwei tragenden Deckenbalken aufgestellt werden.
  • Manchmal ergibt sich als einziger geeigneter Aufstellungsort die Wand gegenüber dem Fenster, welches sich dann allerdings immer auf dem Glas des Aquariums spiegelt. Um diese Störung zu vermeiden, kann man die Frontscheibe des Aquariums um ca 10-15° neigen, sodass der Reflex nicht auf das Auge des Betrachters trifft.
Die Filteranlage

Die Aufgabe des Filters ist es, das ökologische Gleichgewicht im Aquarium aufrechtzuerhalten, was in der Natur durch Mikroorganismen besorgt wird. Diese bauen organische Abfallsubstanzen zu einfachen anorganischen Substanzen ab. Im Becken kann dieses System nicht im Gleichgewicht bleiben, da die Besatzdichte der Fische immer höher ist als in einem See beispielsweise. Ein Becken kann optisch wohl sauber erscheinen, aber dennoch für Fische lebensbedrohlich hohe Ammoniakkonzentraitonen oder Nitrit aufweisen, die notwendigerweise schon vor deren Anhäufung elemiert werden müssen. Dies geschieht, indem man das Wasser durch ein oder mehrere Filtermaterialien schleust.

Es gibt drei Haupttypen von Filtern: mechanische, chemische und biologische Filter. Die für Aquarien verwendeten Systeme sind gewöhnlich eine Kombination aus mindestens zweien von ihnen.

Durch mechanische Filter werden die im Wasser schwebenden festen Partikel aufgefangen und anschließend bei der Filterreinigung entfernt.Die für diesen Filtertyp am häufigsten verwendeten Filtermaterialien sind Polyesterschaum, synthetische Wolle Sand und Kies.
Chemische Filter enthalten Materialien, die die Zusammensetzung des Wassers verändern können. Es wird zum Beispiel durch die Verwendung von Torf oder kalkhaltigem Material der Säure-Basen-Wert (pH-Wert) verändert, durch Ionenaustauscher aus Kunstharz die Wasserhärte reduziert. Stoffwechselprodukte wie Kohlendioxid und Ammoniak werden mit Zeolithen oder Aktivkohle eleminiert. Ausserdem halten Chemische Filter auch kompakten Detritus (organische Partikel) fest.
Biologische Filter gewährleisten Bedingungen, die für das Wachstum eines natürlichen, am Stickstoffkreislauf beteiligten Bakterienbestand geeignet sind. Das heißt, sie bieten Oberflächen für die Ansiedlung eines Bakterienrasens, liefern organische Substanzen für deren Abbautätigkeit und eine konstante Sauerstoffzufuhr. Den Filter bildet das Substrat selbst, während der Wasserdurchfluss den Bakterien eine konstante Zufuhr von Stoffwechselpodukten und Sauerstoff bietet. In jedem mechanischen oder chemischen Filter, der genügend lange im Einsatz ist, um die Entwicklung eines Bakterienrasens zu ermögichen, findet automatisch eine biologische Filterung statt.
Die Filter

Die Leistungsfähigkeit eines Filters wird einerseits von der Größe des Beckens, andererseits aber vor allem von der Anzahl der darin lebenden Organismen und damit von der Menge der produzierten Ausscheidungsstoffe bestimmt. Auf alle Fälle sollte der Filter so wirksam wie möglich sein, mit Ausnahme von Becken mit besonders reicher Vegetation. Hier die am häufigsten verwendeten Filtersysteme und ihre Grundmerkmale:
Es gibt Filtersysteme in geschlossenen Behältern, welche das komplette Filtermaterial und auch eine elektrischen Pumpe für die Wasserzirkulation enthalten.
Sie können als Außenfilter ausgeführt sein, mit Ansaug- und Rückflussfiltern ins Becken, oder als Innenfilter, die mit Ansaugschlitzen und einer Ausströmöffnung aus der Pumpe versehen sind. Es handelt sich bei beiden um Systeme, die sowohl mechanisch als auch biologisch Filterung bewerkstelligen und auch chemisch aktiv werden können.
Bodenfilter bestehen aus einem Kunststoffgitter, das zwischen Substrat und Aquariumboden eingebracht wird. Sie haben eine oder mehrere Ausströmöffnungen. Das Wasser wird durch das Substrat hindurch nach unten angesaugt, gefiltert und kehrt durch die Ausströmöffnungen gesäubert in den Kreislauf zurück. Das Bodenmaterial des Aquariums fungiert hier als Filter sowohl mit biologischer als auch mechanischer und gelegentlich auch chemischer Funktion. Um die höchstmögliche Wirksamkeit dieses Filtertyps zu garantieren, sollte das Substrat in einer Dicke von mindestens 5 bis 7,5 cm aufgebracht werden. Detritus wird optimal abgefiltert, und den Bakterien steht zur Besiedelung eine große Oberfläche zur Verfügung. Hauptnachteil dieses Filtersystems ist die Notwendigkeit, das ganze Becken leeren zu müssen, sobald das System verstopft ist oder gereinigt werden soll.
Durchlüftung

Fast alle Wasserorganismen, ausser Bakterien, sind aerob, das bedeutet, sie brauchen Sauerstoff zum Überleben. Unter Atmung versteht man nicht nur die Aufnahme des Sauerstoffes, der beispielsweise bei Fischen durch Kiemen bewerkstelligt wird, sondern die Gesamtheit aller Stoffwechselreaktionen, die Sauerstoff benötigen, um energiehaltigen organischen Substanzen unter Energieproduktion zu Kohlendioxid und Wasser abzubauen.
Es ist sehr wichtig, dass das Wasser stets eine geeignete Menge Sauerstoff enthält, von der sowohl das Leben der im Becken vorhandenen Großorganismen als auch das richtige Agieren der Bakterien im Filter abhängt. Sauerstoff wird einerseits von Wasserpflanzen und Algen produziert, die das Becken besiedeln, löst sich andererseits aber dank des Gasaustausches, der an der Oberfläche zwischen dem Wasser und der Außenluft stattfindet, aber auch in gewissen Mengen.

Der Zweck der ständigen Durchlüftung dient dazu
  • einem Wasserstrom im Becken zu erzeugen und damit eine vollständige Durchwälzung des Wassers zu gewährleisten;
  • die Wasseroberfläche in Bewegung zu bringen, um den Gasaustausch mit der darüber liegenden Luft zu erleichtern;
  • die Funktion der meisten Filteranlagen zu sichern und deren Leistung zu verbessern.
Die Funktion des Belüftungsystems ist sehr einfach: Eine Lunftpumpe saugt die Luft an und leitet sie in eine Reihe von Röhrchen, die in 'poröse Steine' münden, welche aus mineralischem Material bestehen. Die Luft, die durch die Poren streicht, tritt in Form kleinster Bläschen ins Wasser aus, welche sich nach oben bewegen, wobei sie das Wasser mit sich reißen und so eine aufsteigende Stömung erzeugen, die die Oberfläche stetig kräuselt. Die Wahl des richtigen Durchlüfters wird bestimmt durch die Tiefe des Beckens (Wasserdruck) und den Strömungswiderstand im porösen Stein und im Rohr. Sehr wichtig ist es, das Durchlüftungssystem immer oberhalb der Wasseroberfläche anzubringen, um zu verhindern, dass Falle eines Stillstandes der Pumpe das Wasser entlang des Schlauches zurückfließt und Überschwemmung anrichtet.
Der Bodengrund

Soweit es der Raum erlaubt, erfordert die korrekte Einrichtung des Aquariums auch den sorgfältigen Nachbau natürlicher Lebensräume. Steine, Äste, Sand und andere Dekorationsmaterialien können dabei mit etwas Geschick so angeordnet werden, dass sie ein für Fische günstigen Lebensraum darstellen und gleichzeitig für den Betrachter eine angenehmen ästhetischen Effekt haben.

Gewöhnlicher Sand, wie man ihn am Ufer eines Sees oder eines Flusses findet, ist für ein tropisches Süßwasseraqarium nicht geeignet. Er enthält nämlich immer kalkhaltiges Material in unterschiedlicher Konzentration. Kalziumsalze sind relativ leicht wasserlöslich und machen das Wasser 'hart', also undgeeignet für tropische Fische, die aus Regionen mit weichem und leicht saurem Wasser stammen. Im Handel sind kieselhaltiger Sand oder Quarzsand, welche die Härte des Wassers nicht verändern, leicht erhältlich. Anders sieht es bei Meeresaquarien aus. Hier ist unbedingt Sand vonnöten, der reich an kalkhaltigen Materialien wie z.B. Korallenbruchstücken ist, um den pH-WErt des Meereswassers (normalerweise zwischen 8,1 und 8,4) konstant zu halten.

Schön gezeichnete Steine haben im Aquarium die Funktion einer 'Einrichtung' und sind vor allem dann nützlich, wenn es im Becken revierbildende Fische gibt. Ausserdem können Gesteinsbruchstücke angeordnet werden, dass sich Spalten und Verstecke für kleinere und scheuere Fische bilden. Auch für Paare, die in Höhlen ablaichen und ihren Nachwuchs schützen, sind sie von großem Nutzen. Man sollte die Steine unbedingt so anordnet, dass das Wassser gut zirkulieren kann und die Höhlungen und Spalten gut einsehbar sind. Eine sehr große Gefahr besteht darin, dass ein Fisch in seinem Unterschlub stirbt und dann der faulende Kadaver das ganze Wasser verpestet.

Wenn man tropische Süßwasserfische halten will, die aus Regionen mit reicher Unterwasservegetation kommen, sollte man das Aquarium mit Holzstücken oder Wurzeln ausstatten, die für diesen Zweck erworben oder am Ufer eines Flusses gefunden wurden. Abgesehen von ihrem ästhetischen Effekt sorgen die Hölzer auch dafür, dass sich aus ihnen langsam Substanzen lösen, die für das Habitat des überschwemmten Regenwaldes charakteristisch sind. Auch können verzweigte Äste verschiedenen Räume abgrenzen, die sich revierbildende Fische angeeignet haben.

Korallenfische leben in der Natur zwischen den Ästen der Steinkorallen. In dafür spezialisierten Gechäften kann man Steinkorallenskelette kaufen. Mit ihren Verzweigungen in den unterschiedlichsten Formen tragen sie zweifellos zur Verschönerung des Aquariums bei, können aber ziemlich gefährlich werden. Weden lebende Korallenstücke getrocknet, so enthalten sie meistens noch die organische Substanz jener Hohltiere, die sie 'gebaut' haben. Um das Faulen im Wasser zu verhindern, ist es sehr wichtig, diese vorher zu entfernen.

Die Schalen und Gehäuse aller Weichtiere bestehen aus Kalk und können daher im Wasser ebenfalls jene lonen freisetzen, die für die Fische aus Korallenriffen lebenswichtig sind. Ein großes Gehäuse einer Meeresschnecke kann sowohl als Einrichtung für das Aquarium als auch als Unterschlupf für die Fische dienen. Einziger Nachteil: das in der Höhlung stagnierende Wasser.
Die Beleuchtung

Das Becken des Aquariums muss auf jeden Fall mit einer Beleuchtungsanlage ausgestattet werden. Licht ist für das Überleben von Tieren und Pflanzen von großer Bedeutung. Das Licht hat zwei Aufgaben:
1. Es soll die Schönheit des Aquariums voll zur Entfaltung bringen.
2. Es soll die Photosynthese der pflanzlichen Organismen ermöglichen.
Während dieses Prozesses verwandeln die Pflanzen Lichtenergie in chemische Energie, sie nehmen aus ihrer Umgebung Kohlendioxid und Wasser auf und erzeugen daraus Sauserstoff und Zucker.
Manchen Pflanzen genügen schon sehr kleine Lichtmengen, um die Photosysthese auszuführen. Sollte das Aquarium zu stark beleuchtet sein, so fördert dies eine exzessive Vermehrung von winzigen Grünalgen, welche die Scheiben des Aquariums als häßlicher Belag überziehen.
Die Lampen

Handelübliche Leuchtstoffröhren produzieren ein leicht violettes Licht, welches für das Pflanzenwachstum gut geeignet ist. Am besten werden sie über dem Becken parallel zur Wasseroberfläche angebracht. Diese Art von Beleuchtung hat den Vorteil, das Wasser nicht zu erwärmen und wenig Energie zu verbrauchen. Ein Nachteil ist, dass das Aquarium ein unnatürliches Aussehen bekommt, weil das Licht sehr homogen wirkt, anders als Sonnenlicht.

Glühlampen, die nur für kleine Becken geeignet sind, bilden in der Anschaffung die billigste Lichtquelle. Ihr erhöhter Anteil an roten und blauen Wellenlängen fördern jedoch das Pflanzenwachstum nicht unbedingt.
Glühlampen mit eingebautem Reflektor können in einigen Bereichen es Aquariums schöne Lichteffekte erzielen, müssen aber weitab von möglichem Spritzwasser angebracht werden und erfordern daher offene Aquarien.
Quecksilberdampf-Hochdrucklampen (HQL) finden nur bei offenen Aquarien mit speziellen Fassungen Anwendung.
Halogenmetalldampflampen (HQI) mit sehr hoher Lichtleistung werden auch über offene Aquarien in besonderen Fassungen angebracht. Unbedingt nötig ist dabei der Einsatz spezieller Filter, um die harten UV-Strahlen zu eleminieren. Diese Lampen erreichen ihre volle Leuchtkraft erst einige Minuten nach dem Einschalten.
Die Temperatur

Eine der wichtigsten Ökofaktoren für das Aquarium ist die richtige Temperatur, da diese auch alle anderen Umweltparameter beeinflusst. Tropische Organismen benötigen Temperaturen zwischen 24 und 28 °C und zeigen bei Abkühlung unter 20 °C typische Syptome des Unwohlseins. Im Gegensatz dazu tolerieren Organismen aus kalten Meeren und aus dem Mittelmeer Temperaturwerte über 22 C nicht. Um die Wassertemperatur gleichmäßig hoch zu halten, verwendet man Heizstäbe, die durch einen elektrischen Widerstand im Inneren eines Glasrohres Wärme erzeugen und diese an das umgebene Wasser abgeben. Es ist ratsam, sich ein Modell zu kaufen, das mit einem regulierbaren Thermostat versehen ist, der durch automatischen Ein- und Ausschalten die Einhaltung der optimalen Betriebstemperatur ermöglicht.
Eine gute Wasserzirkulation, bei welchem Typ Heizung auch immer, ist sehr wichtig, um einen Wärmestau und damit das Ausschalten der Anlage zu vermeiden, ehe sich die Wärme im gesamten Becken ausbreiten kann. Thermometer, Thermostate und Heizung müssen stets außerhalb der Reichweite der Tiere im Aquarium angebracht werden, weil diese sie beschädigen könnten. Bei Meeresaquarien empfielt es sich, das Becken in einen kälteren, stagnierenden und einen wärmeren, ventilierenden Bereich zu unterreilen, da mediterane Fische an ein winterliches Absinken der Wassertemperatur auf ca. 13 C gewöhnt sind. Wenn man künstlich kühlen will, dann kann das Absinken der Wassertemperatur mit einem selbst gemachten Kühler erzielt werden, indem man eine Kühlschlange, durch die kaltes Wasser läuft, ins Aquarium hängt. Dadurch erübrigt sich die Anschaffung eines teuren Kühlaggregats.
Das ökologische Gleichgewicht

Um das Gleichgewicht im Aquarium aufrechtzuerhalten, müssen einige wichtige chemische Parameter unbedingt unter Kontrolle gehalten werden. Durch Analyse und Vergleich der vielen in der Natur existierenden Arten von Wasserlebensräumen zeigt sich, dass sich die Qualität und Quantität gelöster Gase und Salze sehr unterscheiden. Diese Unterschiede erlauben es uns, den Gewässertyp zuerst einmal in Süß- und Meerwasser einzuteilen und dann die Klassifizierung verschiedener Untergruppen im Bereich dieser zwei Hauptgruppen durchzuführen.
Die chemische Zusammensetzung besonders im Süßwasser erweist sichvon einem Gewässertyp zum anderen als sehr unterschiedlich. Der pH-Wert ist zum Beispiel in den meisten Flüssen des Amazonurwalds sauer, im Durchschnitt liegt er zwischen 5 und 5,6, während er in bestimmten Seen Zentralafrikas fas mit Meerwasser vergleichbar ist, das heißt zwischen 8 und 8,5 liegt. Der pH-Wert des Aquariums sollte täglich kontrolliert werden, vor allem in der Anfangsphase. Die Messung kann mit einem Indikator oder einem geeigneten Mess-Set rasch und einfach gemacht werden. Sollten die Werte von den Idealwerten abweichen, muss man sofort mit passenden Korrektiven eingreifen. Die Gründe für einnn Variieren des pH-Werts können vielfältig sein. Ein Ansteigen kann zum Beispiel durch eine Anhäufung von Stickstoffverbindungen, durch Algenvermehrung usw. verursacht werden.
Ebenso veränderlich ist die Wasserhärte, welche die Menge der im Wasser gelösten Kalzium- und Magnesiumsalze angibt. Es gibt zwei Härtetypen: die temporäre Härte (Karbonathärte) und die permanente Härte (Gesamthärte). Die Gesamthärte (GH) hängt von der Menge an Kalzium und Magnesium ab, die in Form von Chloriden, Sulfaten, Phosphaten etc. vorliegen. Die Karbonathärte (KH) hingegen hängt vom vorhandenen Kalziumkarbonat ab. In der Aquaristik wird die Gesamthärte des Wassers in Deutschen Härtegraden (°dGH) gemessen; 1 °dGH entspricht 10 mg CaO (Kalziumdioxid) in 1 Liter Wasser. Das Wasser wird zwischen 0 und 5 °dGH als weich definiert, mäßig hart zwischen 5 und 20 °GH, hart zwischen 20 und 30 °dGH und sehr hart über 30 °dGH. Die Gewässer der tropischen Regionen sind meistens weich, sofern sie durch vulkanische oder kristalline, nicht kalkhaltige Böden fliessen. Wenn wir wollen, dass unsere tropischen Fische lange und bei guter Gesundheit leben, dann ist es auch wichtig, regelmäßig die Härte des Wassers zu überpfrüfen. Das Trinkwasser in unseren Leitungen kann mancherorts sehr hart sein. In diesem Fall muss man bei einem Wasserwechsel mit Aqua destillata verdünnen.
Beabsichtigt man, sich der Zucht von Fischen im Aquarium zu widmen, so ist auch die stete Beobachtung anderer chemophysikalischer, an Sauerstoff gebundener Parameter zu beachten. Der im Wasser vorhandene Prozentsatz an Sauerstoff entspricht etwa 35% aller gelösten Gase, wobei die Löslichkeit von Gasen im Wassen mit dem Sinken der Temperatur ganz allgemein zunimmt. Der im Aquarium vorhandene Sauerstoff stammt einerseits aus der darüberliegenden Luft, wobei die Größe der Luft-Wasser-Austauschfläche in Bezug auf das Volumen des Beckens wichtig ist und andererseits von den vorhandenen Pflanzen. Für den im Wasser gelösten Sauerstoff existiert ein jeweiliger Gleichgewichtswert, der abhängig ist von der vorherrschenden Wassertemperatur, dem atmosphärischen Druck und der Leitfähigkeit des Wassers.
Sollte das Sauerstoffniveau überschritten werden, so würden die meisten Fische schwer um ihr Leben kämpfen müssen, wogegen eine Verringerung der gelösten Sauerstoffmenge weniger besorgniserregend ist, weil die Fische ein System entwickelt haben, um einem solchen Mangel gegenzusteuern: Sie atmen einfach schneller. Nurch ein extremer Mangel an Sauerstoff, eventuell verstärkt durch andere negative Faktoren, verursacht bei Fischen den Erstickungstod. In einem gutem Aquarium ist die Sauerstoffkonzentration am Morgen geringer als am Abend. Werte zwischen 3 und 7 mg/l bei einer Temperatur von ca. 25 °Grad werden als normal betrachtet.
All dies besagt, wie wichtig die Kontrolle des vorliegenden Sauerstoffwertes und seine eventuelle Regulierung sind. Mit einem speziellen elektronischen Gerät kann die Messung druchgeführt werden. Das Gerät ist mit einer Sonde versehen, die man einfach ins Wasser taucht. Es handelt sich jedoch um ein sehr teures Gerät und ist daher wohl eher für einen Profi der Aquaristik geeignet. Normalerweise verwendet man flüssige Indikatoren, die jedoch einige Sorgfalt erfordern: Die Messung hat sofort nach der Entnahme der Wasserprobe zu erfolgen und mit den Reagenzien muss mit Vorsicht umgegangen werden, denn sie dürfen keinesfalls ins Wasser des Beckens gelangen.
Im Aquarium liegt immer eine unveränderliche Menge verschiedener organischer Verbingungen vor, wie z.B. Futterrreste, abgestorbene Pflanzenteile und Ausscheidungen. Diese Substanzen werden von Bakterien zu einfacheren anorgaischen Verbindungen abgebaut. Der Prozess hat große Bedeutung für den Stickstoffkreislauf. Gewisse Bakterien verwandeln das Eiweiß der organischen Substanzen in Ammoniumionen. Das Ammonium wird dann durch nitrifizierende Bakterien zunächst in Nitrite verwandelt, die dann von anderen Bakterien in Nitrate umgewandelt werden. Das letzte Glied des Abbaues sind also Nitrate und können von Unterwasserpflanzen für den Stoffwechsel erneut aufgenommen werden. Die Umwandlung des im Wasser gelösten Ammoniaks in Ammonium hängt von pH-Wert ab. Ammoniumionen sind vorhanden, wenn der ph-Wert unter 7 liegt (sauer), während Ammoniak vorwiegend in basischer Umgebung vorliegt.
Die Kontrolle des Nitritgehaltes sollte bei neu eingerichteten Becken einen Monat lang täglich durchgeführt werden, bei länger bestehenden Becken einmal wöchentlich. Die häufigsten Gründe für exessive Nitrit- und Nitratkonzentrationen sind Übersatz des Beckens, eine erhöhte Menge an verabreichtem Futter und eine zu spärliche Reinigung des Aquariums.
Massnahmen zur Regulierung im Falle von Problemen mit den Parametern des Wassers

HärteSenkung
  • Hinzufügen von Aqua destillata ins Becken
  • Entmineralisieren des Wassers mit speziellen Verfahren (Harze, direkte oder Umkehr-Osmoseanlagen)
  • Filterung durch Torf
Erhöhung
  • langsames Hinzufügen von Kalzium- oder Magnesiumsulfat
  • härteres Wasser hinzufügen
  • Filterung durch kalkhaltiges Material
pH-WertSenkung (säuern)
  • Filterung duch Torf
  • CO2 einströmen lassen
  • Teilwasserwechsel
Erhöhung (alkalisch machen)
  • langsames Hinzufügen von Natriumkarbonat
  • Erhöhung der Wasserbewegung, um gelöstes Kohlendioxid zu entfernen
  • Teilwasserwechsel
Nitrite und NitrateSenkung
  • Wasser in unterschiedlichen Intervallen je nach Größe und Art des Beckens und der Anzahl der Fische wechseln
  • die Filterwirkung erhöhen durch Hinzufügen von Produkten, die denitrifizierende Bakterien enthalten
  • regelmäßig Vorfilter reinigen
  • die Art der Fütterfung ändern
  • das Aquarium mit üppiger Vegetation ausstatten
  • alle Arten von organischem Material wie z.N. tote Fische, verfaulende Pflanzen, Futterreste regelmäßig entfernen


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